Gruppenfoto Feuerwehr Hamm (Sieg)

NEUER WEHRLEITER BESTELLT UND DREHLEITER OFFIZIELL IN DIENST GESTELLT

Mit Mark Daniel Eibach hat die Wehr nunmehr auch einen zweiten stellvertretenden Wehrleiter und in ein paar Wochen auch einen „hauptamtlichen Feuerwehrmann“. Mit der offiziellen Indienststellung der Drehleiter DLK 23/12 wurde diese „Mehrfach-Feier“ abgerundet.

Im Kulturhaus Hamm (Sieg) war die aus rund 100 Personen bestehende Runde zusammengekommen. „Ein bisschen kuschlig“, wie Bürgermeister Dietmar Henrich in der Begrüßung einräumte, doch habe er Wert darauf gelegt, die Veranstaltung nicht im Feuerwehrhaus stattfinden zu lassen. „Sonst hätten die Kameradinnen und Kameraden ja wieder die Arbeit gehabt.“

Zu Beginn galt es für den alten Wehrleiter, noch ein paar Beförderungen vorzunehmen. Heiko Grüttner ernannte David Bergmann, Benjamin Hess, Achim Friedrich und Sebastian Falkenberg zum Feuerwehrmann sowie Mark Daniel Eibach zum Oberbrandmeister und Zugführer.

Silbernes Abzeichen für Grüttner

Im Anschluss musste Heiko Grüttner selbst „herhalten“, denn ihm wurde das Silberne Feuerwehrehrenzeichen am Bande verliehen. Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Ralf Schwarzbach, der ebenso wie der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Volker Hain, zu den Gästen gehörte, heftete Grüttner diese Auszeichnung an die Uniform.

Bürgermeister Henrich oblag die Laudatio für den scheidenden Wehrleiter, der schon im Sommer angekündigt hatte, nach elf Jahren nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Dietmar Henrich betonte, dass Grüttner sich in besonderer Weise verdient gemacht habe. Für die Gemeinschaft der Kameraden habe er sich ebenso eingesetzt wie für die Ausrüstung „seiner“ Wehr und dabei die Realitäten immer im Blick behalten.

Viele Herausforderungen neben dem Beruf gestemmt

Die besonderen Herausforderungen des Wehrleiter-Amtes in der VG Hamm strich der Bürgermeister ebenfalls heraus: In der einzigen Freiwilligen Feuerwehr des Landes mit nur einem Stützpunkt sei der Wehrleiter für alles zuständig und werde nicht, wie anderswo, durch die Wehrführer der Löschzüge entlastet.

Trotzdem sei es Heiko Grüttner gelungen, den Zusammenhalt der Feuerwehrleute zu fördern und die enorm gestiegene Zahl der Einsätze ebenso zu stemmen wie die wuchernde Bürokratie – und das alles neben seinem Beruf. Diese Aufgabe bewältigt zu haben, werde ihn hoffentlich mit Stolz und Dankbarkeit zurückblicken lassen, so der der Bürgermeister, der schloss: „Wir werden das auf jeden Fall tun!“

Auch der Nachfolger ist ein „Feuerwehr-Urgestein“

Die Aufmerksamkeit wandte sich sodann dem neuen Wehrleiter Alexander Müller zu, der nicht weniger als sein Vorgänger ein „Urgestein“ der Freiwilligen Feuerwehr Hamm (Sieg) ist. In 32 Jahren Feuerwehrdienst habe er sich zahlreiche Zusatzqualifikationen erworben, und seine hohe fachliche Kompetenz sei unbestritten, so der Dietmar Henrich. Dies habe sich auch in dem überzeugenden Votum bei seiner Wahl gezeigt.

„Es wartet eine spannende Zeit mit großen Herausforderungen auf dich, aber ich bin überzeugt, dass du sie meistern wirst“, so Dietmar Henrich in Richtung Müllers. „Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit!“, betonte der Verwaltungschef noch, bevor er den neuen Wehrleiter dienstverpflichtete, ihn vereidigte und die Ernennungsurkunde überreichte.

Neuer Stellvertreter bald auch Sachbearbeiter

Ebenso hieß Henrich den neuen stellvertretenden Wehrleiter Mark Daniel Eibach willkommen. Zusammen mit dem langjährigen Stellvertreter Christian Brenner wird er nun das Führungsteam vervollständigen und zudem ab 1. Januar die neue geschaffene Stelle des Sachbearbeiters für Brand-, Zivil-und Katastrophenschutz in der Verwaltung bekleiden.

Zum neuen Gerätewart Information und Kommunikation in Nachfolge von Alexander Müller wurde Christian Mintkewitz ernannt.

Willkommen für Müller und Eibach, Geschenke für Grüttner

Dass sein Abschied dem Amt des Wehrleiters, aber nicht der Feuerwehr gilt, betonte danach Heiko Grüttner: „Ich bin mit Leib und Seele Feuerwehrmann!“ Mit einem Urlaubsgutschein, überreicht vom Nachfolger Alexander Müller, erinnerte ihn die gesamte Mannschaft daran, dass es auch noch andere Freizeitbeschäftigungen gibt. Eine Laudatio auf Grüttner hielten BKI Ralf Schwarzbach sowie im Namen der restlichen Wehren Matthias Theis von der Feuerwehr Daaden-Herdorf als dienstältester Wehrleiter im Landkreis. Er hieß auch Mark Daniel Eibach in der Runde willkommen.

Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgte einmal mehr Amelie Pritz, das Gesangstalent aus Roth. Die junge Frau bewies wieder, dass sie nicht nur singen kann, sondern auch bei der Liedauswahl ein geschicktes Händchen hat.

Übergabe und Einsegnung der Drehleiter

Bürgermeister Dietmar Henrich leitete sodann mit einem kleinen Rückblick auf die Beschaffung der Drehleiter DLK 23/12 zu deren offizieller Indienststellung über. Die Einsegnung übernahmen dann auf dem Synagogenplatz die Pfarrer Frank Aumüller und Dr. Michael Klein.

Was es auf sich hat mit der FREIWILLIGEN Feuerwehr

Feuerwehr = Ehrenamt: Viele wissen das nicht. Die neue Sachbearbeiterstelle bei der Verwaltung ist eine Reaktion auf die gestiegenen Anforderungen an die Feuerwehrleitung und den neuen Blick auf den Katastrophenschutz, der sich seit der Ahrflut entwickelt hat. Die damit verbundenen Herausforderungen lassen sich nach Ansicht der Verwaltungsspitze und des Verbandsgemeinderats nicht mehr rein ehrenamtlich stemmen.

In seiner Abschiedsrede streifte Heiko Grüttner humorvoll, worum es geht: Die heutige Feuerwehr Hamm (Sieg) sei mit einem mittelständischen Unternehmen mit 100 Mitarbeitern zu vergleichen, der Wehrleiter mit dem Geschäftsführer. Auf die Idee, dass dieser Geschäftsführer ehrenamtlich arbeiten soll, komme aber kein Mensch.

Für seine These führte Grüttner das Beispiel „Technik“ an. Als er bei der Feuerwehr angefangen habe, hätten sie im Feuerwehrhaus einen Commodore 64 bekommen und sich gefragt, wozu man den wohl brauchen sollte. „Heute haben wir einen eigenen Serverraum.“

Ebenso dynamisch ist die Zahl der Einsätze, wie Bürgermeister Dietmar Henrich schon ganz zu Beginn seiner Ausführungen erwähnte. 78 waren es im Jahr 2016, schon 178 im vergangenen Jahr. Heißt: Die Feuerwehr Hamm (Sieg) muss rechnerisch alle zwei Tage ausrücken.

Auf welcher Basis garantiert werden kann, dass die Feuerwehr schnellstmöglich kommt und ihr Menschenmögliches tut, wissen die meisten Leute gar nicht, hat der Bürgermeister erfahren. Bei dem schlimmen Brand in Bruchertseifen im Februar, bei dem ein Mann zu Tode kam, wurde er von Umstehenden gefragt, ob auch ehrenamtliche Einsatzkräfte dabei seien. Dass sie ausschließlich ehrenamtliche Kräfte bei der Arbeit beobachteten, konnten sie kaum glauben.